Wie gehen wir mit unserer Privatsphäre im digitalen Zeitalter um?
  • Workshop mit Sechstklässlern

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    15. Februar 2009adminWorkshops

    Gestern hielten wir einen Privacy Workshop an einer Schule vor ungefähr 20 Schülern der sechsten Klasse. Einige Wochen davor meldete diese Klasse selbst Interesse an Verschlüsselung von Instant Messaging bei einem Mitglied von uns an, der Lehrer an eben dieser Schule ist.

    Das zweite Thema sollte TrueCrypt sein, um Dateien auf USB-Sticks zu verschlüsseln. Anders als bei unserem letzten Workshop haben wir uns entschlossen, die Theorie um die Problematik der Privatsphäre wegzulassen und uns auf die Praxis zu konzentrieren.

    Wie beim letzten Workshop starteten wir mit einer kurzen Einführung über das Konzept der Verschlüsselung und warum diese sinnvoll ist. Da wir es mit sehr jungen Schülern zu tun hatten, wählten wir besonders praktische Beispiele für ein besseres Verständnis.

    Dann ging es direkt mit TrueCrypt weiter. Wir haben im wesentlichen unseren Ansatz vom letzten Workshop wiederholt und den Kindern erklärt, wie sich ein verschlüsselter Datencontainer auf ihrem USB-Stick erstellen lässt. Die englischsprachige Benutzerschnittstelle war zunächst ein kleines Hindernis, aber am Ende kamen die Teilnehmer damit aber gut zurecht.

    Da der TrueCrypt-Teil mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm, mussten wir den nächsten Teil kürzen. Ursprünglich hatten wir geplant, auf den USB-Sticks der Kinder Pidgin Portable und das OTR-Plugin zu installieren. Wir haben uns für Pidgin entschlossen, da es ein einfach zu benutzender Multi-Messenger ist, der es erlaubt, mehrere Instant Messaging Dienste auf einmal zu benutzen und sich leicht mit Plugins erweitern lässt. Dann machten wir mit dem Erstellen eines Jabber/XMPP-Accounts für die Kinder weiter. Da wir nur wenig Zeit hatten, entschlossen wir uns dann OTR fallen zu lassen, um uns auf Jabber und Pidgin als freie Alternativen zu den häufig genutzten kommerziellen Diensten wie ICQ konzentrieren zu können.

    Die Installation von Pidgin Portable lief gut, aber Jabber selbst machte uns einen Strich durch die Rechnung, weil wir den folgenden Punkt vorab nicht richtig bedacht hatten. Als wir versuchten ungefähr 20 Anmeldungen zur gleichen Zeit über das Schulnetzwerk zu tätigen, hat uns der freie Jabber-Server des Chaos Computer Clubs jabber.ccc.de richtigerweise wie Spammer behandelt und nach zwei Accounts Anfragen aus dem Schulnetzwerk abgelehnt.

    Der offensichtlichste Unterschied zwischen diesem Workshop und denen, die wir davor hielten ist die Tatsache, dass wir nicht über Privatsphäre sprachen, da dies bereits im Vorfeld innerhalb des regulären Unterrichts geschah. Nach der kurzen Einleitung am Anfang, haben wir die kompletten drei Stunden für die Praxis verwendet. Ich denke, dieser Ansatz war der bestmöglichste für eine deutlich größere und jüngere Gruppe als die bisherigen. Es gab zwei oder drei Kinder die interessante und eher theoretische Hintergrundfragen stellten. Aber wie man es von Schülern ihres Alters erwarten würde, hatten die Meisten eher Interesse an der Praxis.

    Eine andere Sache, die sich als entscheidend herausstellte, war unsere strukturierte Präsentation, die alles Schritt-für-Schritt erklärte.

    Ich war definitiv beeindruckt, wie gut die Kinder mit unseren Weisungen umgegangen sind. Ich bin sicher, dass dies nicht unwesentlich von der Tatsache bestimmt war, dass  die meisten von ihnen “Digital Natives” sind. Sie haben Computer viel früher als meine Generation benutzt und haben sich schon früh besonders an das Internet und an soziale Netzwerke gewöhnt. In meinen Augen ist das großartig, aber wir müssen uns angemessen verhalten. Frühe Erfahrungen mit Sozialen Netzwerken — etwas was praktisch nicht exisitierte, als ich in ihrem Alter war — braucht auch frühe Bildung darüber, wie man mit persönlichen Daten im Netz umgehen sollte.

    (Text im Original auf Englisch von Simon, Übersetzung von Timo)

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